Sharing Economy – Wer tauscht hier?

01. 05. 2016, Mitreden!

Daten und Motive von Sharing Economy-Nutzer_innen in Österreich. 

 

Nutzen statt besitzen, Ressourcen schonen, über Netzwerke neue Leute kennenlernen – all das sind Argumente für die Sharing Economy. Argumente allerdings, die allerdings auch als Einwände gegen diese Form des Wirtschaftens vorgebracht werden können. Einer der Vorteile von AirBnB etwa sei nicht nur der Preis, sondern die Gelegenheit fremde Städte oder fremde Kulturen auch über die Nähe zum privaten Vermieter kennenzulernen, sagen die einen. – Diese Nähe muss man halt auch wollen, sagen die anderen.
Eine Studie des Instituts für Strategisches Management und Marketing der Universität Innsbruck hat die Frage, wer die Sharing Economy-Kunden sind und was ihre Beweggründe sind, für Österreich untersucht. Das auf den ersten Blick wenig überraschende Ergebnis: Sharing-Nutzer sind vorrangig jünger und besser gebildet. Die Bereitschaft zum Teilen, Verleihen oder gebraucht Kaufen beschränkt sich allerdings auch bei dieser Zielgruppe großteils auf Bücher, Filme und ähnliche Produkte; Werkzeuge, Fahrräder oder Kleidung holen erst langsam auf.
Weitere Ergebnisse:
  • Die Motive für die Nutzung von Sharing-Angeboten sind ebenfalls vom Alter abhängig: Die aktivsten Sharer sind die 30- bis 49jährigen, die vor allem aus praktischen Gründen teilen. Für sie ist wichtig, dass es billiger ist und einfach funktioniert. Für die über 50jährigen kommen andere Argumente dazu. Ihre wichtigsten Beweggründe sind: „weil es besser für die Umwelt ist“ und „weil es die Menschen näher zusammenbringt.“ Für die unter 29jährigen steht dann eindeutig der soziale Aspekt im Vordergrund. Für sie zählt am meisten: „weil es gut für die Gemeinschaft ist“ und „weil ich damit Beziehungen pflegen kann.
  • Für die über 50jährigen ist dann allerdings noch ein Argument entscheidend, dass für die anderen Altersgruppen kaum eine Rolle spielt: „weil ich dann das Gefühl habe, gebraucht zu werden.“
  • Allerdings haben die Älteren auch die größten Bedenken gegenüber Tauschbeziehungen: Hygiene, mangelnde Sorgfalt und die Angst, Dinge nicht zurückzubekommen, sind in allen Altersgruppen die größten Hürden auf dem Weg zum Tauschen.
  • Eine Sorge, die bei den Älteren beinahe doppelt so deutlich ausgeprägt ist wie bei den Jüngeren ist die, „nicht von anderen abhängig sein zu wollen“.

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2) Wer teilt und tauscht – und warum?