Klassen-Kampf

22. 01. 2015, Mitreden!

Harvard-Studiengebühren kann man sich sparen. Viele ­Kurse der Elite-Uni sind kostenlos in MOOCs verfügbar. Was allerdings kostet, ist das Zeugnis für die Absolvierung der Klassen. Das wirft die Frage nach dem Wert von Bildung auf.

Auf der Plattform »Class Central« finden sich knapp 1.500 Angebote für Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, und laufend werden es mehr. Namhafte Universitäten wie Stanford, das Massachusetts Institute of Technology (MIT) oder Harvard stellen diese aufwendig gestalteten Online-Lernangebote kostenlos zur Verfügung. Bezahlen muss nur, wer ein Zeugnis haben will. Das Versprechen des freien Zugangs zu Bildung und Wissen scheint endlich eingelöst. In Österreich gibt es auch schon erste derartige Angebote. In Graz stellen TU und Universität auf der Plattform iMooX Kurse zur Verfügung, die »für eine möglichst breite Bevölkerungsschicht« gedacht sind und daher unter Creative Commons Lizenzen stehen. Peter Purgathofer, Professor am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien, ist skeptisch: »Oft dienen diese Kurse nur als Marketingvehikel für die echten Seminare.« So begrüßenswert das »O« für »open« im Akronym MOOC ist, so problematisch ist das »M« für »massive«. E-Learning kann die Probleme von Massenuniversitäten nicht lösen. Die Beschäftigung mit Inhalten, die Anwendung und Reflexion des Erlernten braucht nach wie vor die direkte und persönliche Interaktion zwischen Studierenden und Lehrenden. 

Links

Class Central
iMooX

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