Das ist Mut

24. 06. 2014, Mitreden!

Eine pinke Prawda, das hat uns gerade noch gefehlt. Print ist langweilig, schon lange tot. Und Politik, das interessiert doch wirklich niemanden. Nun, was sollen wir sagen: Wir sind nicht der Meinung, dass alles bereits gesagt ist, nur nicht von jedem. Wir glauben, die Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Wir sehen, wie viele Menschen für eine Sache brennen. Ihr Feuer kommt aber im Parlament nicht an.

Politik ist der Ort, an dem wir uns ausmachen, wie wir miteinander tun. Doch wie soll dieser Ort aussehen? Wem soll er offenstehen, was soll er bieten? Wir meinen, dass Politik nur auf eine Art und Weise ihre Glaubwürdigkeit wiederfinden kann: indem wir mit den Menschen ins Gespräch kommen – und ihnen auf den Zahn fühlen. Dorthin, wo’s auch manchmal wehtut, wie bei Bildung und Pensionen.

Schon wahr, es fallen genügend Worte im Parlament. Doch wer hört zu? Und viel wichtiger noch: Worüber wird geredet? Unser liberaler Grundsatz lautet: So viel Freiheit wie möglich, so viele Regeln wie nötig. Was es zu regeln oder zu schützen gilt, das müssen wir uns stets aufs Neue ausmachen. Politik darf weder ins Private hineinregieren, noch dem gesellschaftlichen Wandel hinterherhinken.

Worüber sollen wir denn jetzt reden, fragen Sie? Ist doch alles klar? Gut. Dann auf zur Gesamtschule! Oder war’s Gymnasium für alle? Kommt ganz drauf an, wen man fragt. Aber bei den großen Dingen, da sind wir uns doch einig, richtig? Zum Beispiel, dass wir mehr Europa wollen. Aber nicht von dem Europa, meinen Sie? Einverstanden. Dann retten wir eben zuerst die Banken … Aber sollen wir das überhaupt? – Unsere Politik hat den Zustand eines rasenden Stillstands erreicht. Mit größtmöglichem Aufwand erhalten wir einen Status quo, der in vielen Bereichen gar keinen Sinn mehr macht.

Statt mit voller Kraft in verschiedene Richtungen zu ziehen und am Stand zu treten, brauchen wir Konsens über die Ziele. Den finden wir nicht über Nacht. Und vor allem nicht ohne Sie! Wir wollen Ihnen nicht vorschreiben, wie Sie leben sollen. Können wir auch gar nicht! Gesetze sind letztendlich dazu da, eine Gesellschaft zu skizzieren, wie wir sie gerne hätten. Wir – das sind nicht wir Politiker_innen. Wir, das sind wir Bürgerinnen und Bürger. Und unsere Gesellschaft sieht heute ganz anders aus als vor einigen Jahren oder gar Jahrzehnten. Die Welt hat sich gewandelt.

Politik heißt gestalten, Freiräume schaffen. Menschen machen lassen. Nutzen wir die neuen Möglichkeiten, die uns Wohlstand, Technologie und Frieden gewähren. Geben wir unseren Kindern die beste Bildung. Fördern wir die kreativen Kräfte in unserem Land. Machen wir Europa wieder zu einem Ort des Aufbruchs, der produktiven Vielfalt. Wie das geht, dazu gibt’s viele Ideen. Lassen wir sie zu, bringen wir sie in die Welt. Ideen brauchen Raum und Zeit, um sich zu entfalten. Dieses Magazin ist ein Versuch, dieses Zelt aufzuspannen und so einladend zu gestalten, dass viele darunter Platz finden – so oft und so lange sie wollen. Papier ist mächtig, wenn wir es gemeinsam mit Leben erfüllen. Nicht nur die Vereinigten Staaten von Amerika begannen auf einem Blatt. Haben wir Sie auf neue Ideen gebracht? Gehen wir Ihnen auf den Geist? Wir wissen es nicht. Sagen Sie’s uns! Das ist der Diskurs, den Österreich braucht.

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