Asyl und Zuwanderung: Einfach ein paar Fakten

14. 03. 2016, Mitreden!
Grenzen öffnen, Grenzen schließen, Einwanderungs-Musterland oder Vorreiter geschlossener Grenzen? Österreichs Flüchtlingspolitik ist zur Zeit vor allem das, was Politiker_innen je nach Tagesverfassung darin sehen möchten. Wir haben einfach mal ein paar Daten gesammelt – wieviele Asylanträge werden wirklich gestellt, wieviele werden bearbeitet, wieviele Menschen erhalten Asyl (oder andere humanitär begründete Aufenthaltstitel)?

Asylanträge und -Entscheidungen

  • Die meisten Asylanträge im Verhältnis zur Bevölkerung wurden im Q4 2015 in Schweden gestellt (9.180 pro Million Einwohner; in Österreich waren es 3.670,  in Deutschland 2.070).
  • EU-weit kamen 2015 20% der Asylwerber_innen aus Syrien, 7% aus Afghanistan und 6% aus dem Kosovo.
  • In Österreich kamen 28% aus Syrien, 18% aus Afghanistan und 7% aus Russland.
  • EU-weit standen 2013 über 430.000 Asylanträge über 110.000 positiven Entscheidungen gegenüber (26%), 2015 lag das Verhältnis bei über 1.250.000 Anträgen zu fast 300.000 positiven Entscheidungen (23%).
  • In Österreich standen 2013 17.500 Anträge 4700 positiven Entscheidungen gegenüber (27%), 2015 waren es 88.000 Anträge und knapp 14.000 positive Entscheidungen (16%).

Zuwanderungsstatistiken

Österreich trägt also nicht die Hauptlast der Fluchtbewegungen; bei der Betrachtung freiwilliger Wanderungsbewegungen erweist sich Österreich noch weniger als begehrtes Zielland.
Den 1,2 Millionen Asylanträgen und 300.000 positiven Entscheidungen stehen 500 Millionen Einwohner_innen der EU und 2,3 Millionen sogenannter Aufenthaltstitel gegenüber, die durchschnittlich pro Jahr in der EU erteilt werden. Mit Aufenthaltstiteln wird die Zuwanderung von außerhalb der EU gesteuert, sie werden aus beruflichen oder familiären Gründen oder zu Bildungszwecken erteilt.
Österreich bekommt ziemlich genau 1% dieser freiwilligen Migration ab: in Österreich wurden 23.000 Aufenthaltstitel erteilt, das entspricht einem Anteil von 2,1 pro 1.000 Einwohner_innen. Abgesehen von den Steuerinseln Malta und Zypern waren Schweden (11,1 Einwanderer_innen pro 1.000 Einwohner_innen), Polen (9,4) und Großbritannien (8,8) die beliebtesten Einwanderungsländer.
Die meisten Einwanderer_innen stammten aus der Ukraine (und zogen nach Polen) und aus den USA oder China (mit dem Zielland Großbritannien). Die österreichischen Einwanderer_innen stammten vor allem aus Bosnien, Serbien und der Türkei.

Wieviel sind 700 Millionen Euro EU-Unterstützung wert?

2015 kamen 90.000 Flüchtlinge in Österreich an. Die Regierung rechnete vor, für deren Betreuung, Versorgung und für INtegrationsmaßnahmen rund eine Milliarde jährlich aufwenden zu müssen.
In Griechenland kamen knapp 900.000 Menschen an, viele reisten weiter. Wieviele jetzt festsitzen, ist nicht klar. Nach der von Österreich vorangetriebenen Grenzschließung sicherte die EU Griechenland finanzielle Unterstützung in der Höhe von 700 Millionen Euro zu.